Der Asche-Fingerabdruck

Eine Frau sitzt an einem Schreibtisch in einem regnerischen Archiv, mit alten Akten und einem Papier, das mit einem Daumenabdruck versehen ist.
Ein stilles Archiv, eine nasse Nacht und eine verräterische Spur.

Um halb fünf hatte der Regen die Lücke über dem Fenster des städtischen Archivs gefunden und tropfte mit beharrlicher Amtlichkeit in einen abgesplitterten Schirmständer, den niemand weggeworfen hatte, weil er das Wasser noch immer völlig zufriedenstellend fasste.

Hoshino Aya rückte den Ständer zwei Zentimeter nach links, stellte eine Untertasse unter das Schlimmste und ging zu den Sterbeurkunden zurück.

Vor Feierabend waren noch zwölf zu registrieren. Die Stadt war seit Langem alt und immer feucht, und beides hielt das Archivbüro in Beschäftigung. Aya saß an ihrem Schreibtisch im hinteren Raum des Bezirksamts Minato, unter Stahlregalen mit den Beschriftungen Geburten, Todesfälle, Umzüge, Steuerunregelmäßigkeiten, und öffnete den nächsten Ordner.

Sugimoto Fumie, 81 Jahre. Lungenentzündung. Vor drei Tagen bestätigt.

Nichts Ungewöhnliches. Sie stempelte die Ecke, prüfte die Registriernummer und griff nach dem zweiten.

Matsuda Kenji, 64 Jahre. Herzstillstand zu Hause. Vor vier Tagen bestätigt.

Ihre Hand blieb stehen, bevor der Stempel aufsetzte.

Unten rechts, knapp über der Vermerkzeile, befand sich ein Schmierer. Keine Tinte. Kein Regenwasser. Ein Daumenabdruck, schwach, aber in den Rillen deutlich genug, diagonal gesetzt in einem pudrigen Grau, das fast wie Ruß aussah.

Aya hielt das Blatt näher an die Lampe. Der Abdruck war nur teilweise zu sehen, als hätte jemand das Papier berührt, nachdem er Asche von einer Zigarette oder einem Kohlebecken abgerieben hatte. Die Angestellten oben rauchten noch immer unter dem Vordach der Ladezone, auch wenn sie es auf schriftliche Nachfrage leugneten.

Sie legte die Urkunde beiseite und öffnete die dritte Akte.

Nakamura Chie, 72 Jahre. Sturz auf den Tempelstufen. Vor zwei Tagen bestätigt.

Der gleiche graue Daumenabdruck markierte dieselbe untere Ecke.

Aya sah wieder auf die zweite Urkunde, dann öffnete sie die vierte. Kein Schmierer. Die fünfte. Kein Schmierer. Die sechste.

Da war er wieder.

Drei Urkunden, alle in derselben Woche abgelegt, alle mit demselben blassen aschegrauen Daumenabdruck an derselben Stelle.

Sie

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